Strategie- und Handlungsempfehlung

Das LEPA – Konzept zeigt Unternehmen die Chancen, Risiken und Wege auf, wie sie ihrer gesetzlichen Pflicht zur Leitungsauskunft nachkommen können, wenn sie die Möglichkeiten der GDI in Brandenburg nutzen.Im vorangestellten Leitfaden wurden die Motivation sowie Chancen und Risiken für diesen Weg aufgezeigt. In diesem Teil des Konzeptes geht es um konkrete Strategie- und Handlungsempfehlungen unter Berücksichtigung in Auftrag gegebener Gutachten. Weiterführende Lösungsbeschreibungen zu technischen, fachlichen und rechtlichen Fragestellungen finden Sie in den unterstützenden Umsetzungshilfen.Im Ergebnis bedeutet eine aktive Beteiligung an der GDI für die Unternehmen:

  • Steigerung der Effizienz und mittelfristige Kostenreduktion durch einheitlichen, international standardisierten, besseren Zugriff auf die eigenen Daten,
  • Reduzierung von unnötigen Planungs- und Leitungsschäden durch Fremdeinwirkung,
  • Interoperable Geodaten und Geodatendienste der GDI kostengünstig und aktuell effektiv mitnutzen zu können, ohne diese lokal vorhalten zu müssen.

Im Gegenzug wird die GDI in Brandenburg, durch die freiwillige und gezielte Bereitstellung von eigenen Geodiensten sowie den dazugehörigen Metadaten, aktiv ausgebaut und die Region damit nachhaltig gestärkt.

Der Weg dorthin kann wesentlich vereinfacht und damit für die Unternehmen attraktiver gestaltet werden, wenn die folgenden Punkte beachtet werden:

  • Lernen Sie von INSPIRE , indem Sie Ihre Leitungsdokumentation Schritt für Schritt fit für die GDI machen und profitieren Sie dabei frühzeitig von den Vorteilen der bestehenden GDI.
    • Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über Ihre Daten und bieten Sie Informationen über das Vorhandensein und Zuständigkeiten (Metadaten) darüber an. So finden Anfragen schneller und zuverlässiger zu Ihnen.
    • Machen Sie Ihre Daten interoperabel (Kapitel 2.1.3 im Konzeptes) und profitieren Sie von der Möglichkeit, anderen Interessierten Ihre Daten über definierte Austauschschnittstellen (OGC) anzubieten.
    • Nutzen Sie Dienste anderer GDI-Teilnehmer für Ihre Zwecke.
    • Stellen Sie selbst Geodaten und Geodatendienste über ein Geoportal bereit, um zukünftige Auskünfte schnell, sicher und kostensparend erteilen zu können.
  • Setzen Sie auf Open Source Produkte von der Herstellung interoperabler Geodaten bis zum Aufbau und Betrieb eines Geoportales, wenn Sie noch keine geeignete Infrastruktur haben. So senken Sie die Einstiegskosten in die GDI Welt.
Open-Source-Software Strategie zur GDI konformen Bereitstellung von Geodaten und Geodiensten

 

Mit Hilfe GDAL, OGR, Geokettle und FDO von können nahezu beliebige Fremddatenquellen angebunden bzw. vorhandene Geodatenbestände in interoperable Geodaten überführt und etwa in einem zentralen Data-Warehouse auf Basis PostgreSQL/Postgis bereitgehalten werden.

  • GIS-Software wie z.B. die Open-Source-Software Desktop GIS Lösung QGIS ist den meist noch eingesetzten CAD-Lösungen in vieler Hinsicht überlegen und bietet regelmäßig einen vergleichbaren Funktionsumfang wie kommerzielle Software sowie genügend Spielraum um auch größere Datenbestände zu bewältigen. Selbst komplexe Fachthemen können mit entsprechenden Anpassungen in der Regel realisiert werden.
  • OGC konforme Open-Source-Software Serverlösungen wie z.B. Geoserver bieten automatische Workflows von ihrem Desktop-GIS bis zum Anbieten von Geodaten und Geodatendiensten im Sinne eines Infrastrukturknotens auf Knopfdruck an. So stellen sie auch mit geringem technischem Hintergrundwissen interoperable Geodaten und Geodatendienste bereit.
  • Geoanwendungen wie Geodatenviewer, Meldestelle oder Editor im Rahmen eines WebGIS, Geodatensuche und Geodatenshop können im Rahmen eines Geoportales auf Basis eines Content Management Systems (CMS) wie etwa dem leistungsfähigen OpenSource CMS Typo3 bereitgestellt werden.
  • Ein einfacher Geodatenviewer kann auf Basis der Open-Source-Software Technologie Open Layers bereitgestellt werden.
  • Komplexe Viewer und Web-GIS können auf Basis von QGIS Server oder etwa Geomajas mit geringem Aufwand bereit gestellt werden.
  • Die Geodatenrecherche/-suche kann für die öffentlichen Metadaten der Unternehmen optimal über das Geodaten-Metadaten-InformationsSystem (GeoMIS) des Landes Brandenburg abgebildet werden. Sind als intern einzustufende Metadaten in einer gemeinsamen Datenbasis abzubilden oder aus anderen Gründen eine eigenständige Metadatenanwendung gewünscht empfiehlt sich der Einsatz der Open-Source-Software Lösung GeoNetwork.

·         •    Nutzen Sie die Möglichkeiten der Umsetzungshilfen und des Demonstrations-Geoportales. Sie haben damit einen erleichterten Zugang zur GDI, minimieren Ihre anfänglichen Risiken und können mit Ihren Möglichkeiten wachsen.

  • Lassen sie sich bei der fachlichen und technischen Umsetzung dort unterstützen, wo sie entscheidungsrelevante Expertisen benötigen.
  • Prüfen Sie in Ruhe wo und wie sie ihre Geodaten und Geodatendienste anbieten wollen.
  • Wenden Sie das Modell der gestuften Leitungsauskunft an, um die Risiken der Haftung in der Anfangsphase des Projektes deutlich zu beschränken und trotzdem einen Mehrwert durch Ihre angebotenen Geodatendienste zu generieren.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit der Nachnutzung des Konzeptes, der Umsetzungshilfen und des  Demonstrations-Geoportal.
Sie haben die Möglichkeit an der Geodateninfrastruktur teilzunehmen. Nutzen Sie diese!